Als Laie richtig reanimieren

Reanimation – Erste Hilfe bevor der Arzt eintrifft

Im Notfall reanimieren

Petra Dirscherl/pixelio.de

Wie sieht es bei Ihnen aus? Sind Sie in der Lage im Notfall eine Reanimation durchzuführen?

Nehmen wir einmal an, Sie sind bereits mehrere Stunden mit Ihrem Wagen unterwegs. Das Urlaubsziel ist zum greifen nah. Die Fahrtgeschwindigkeit beträgt auf der Landstraße 80 km/h. Müde von der Fahrt möchten Sie nur noch sicher an Ihr Feriendomiziel gelangen und die Füße hochlegen.

Plötzlich kommen Sie an einer engen Kurve vorbei und erkennen hinter dieser ein im Graben liegendes Unfallfahrzeug. Ihnen ist schlagartig klar, Sie fühlen es regelrecht (Pulsschlag auf 130), dass hier etwas nicht stimmt. Sie sehen weit und breit keine anderes Fahrzeuge. Ihre Frau oder Ihr Mann, unruhig neben Ihnen sitzend,  ist das beschädigte Auto ebenfalls aufgefallen. Die Atmosphäre im Wagen wird immer unruhiger. Qualm ist zu sehen. Das Unfallfahrzeug scheint zu brennen. Ihnen wird  schlagartig klar, hier muss geholfen werden!

Was tun, wenn Sie am Unfallort angekommen sind?

Wenn Sie jemals in solch eine Situation kommen, dann wird die Angst etwas falsch zu machen und das Opfer zu verletzen Ihr ständiger Begleiter sein. Das ist völlig normal, schließlich befinden Sie sich in einer ungewohnten Situation. Der erste und bestimmt letzte „erste Hilfe Kurs“ liegt womöglich mehrere Jahre zurück.

Doch wovor hat man als Ersthelfer eigentlich Angst?

Die Ungewissheit, nicht zu wissen was Sie jeden Augenblick erwartet. Erfahrene Sanitäter sind solch einer Situation täglich ausgesetzt und selbst diese fahren mit Unbehagen zu jedem Einsatz. Was bekommen sie am Unfallort zu Gesicht? Unschöne Bilder, die nie wieder aus dem Gedächtnis zu löschen sind?

Es bleibt keine Zeit sich seiner augenblicklichen Gefühle klar zu werden. Das kommt meist später, wenn wieder Ruhe eingekehrt. Im Augenblick zählt jede Sekunde.

Herzdruckmassage – Wie verhalte ich mich richtig?

Rippenbrüche bei der Herzdruckmassage in Kauf nehmen

Laienunfallhelfer wissen oft nicht was sie am Unfallort tun sollen. Die Angst vor Mund-zu-Mund-Beatmung, einer fehlerhaften Herzdruckmassage oder aber den Bruch einer Rippe zu verursachen, ist der häufigste Begleiter eines jeden ungelernten Aushilfssarztes. Der Bruch einer Rippe kann durchaus vorkommen. Dieses ist eine unvermeidbare Begleitung. Lieber eine gebrochene Rippe als einen Toten.

Nur Wenige können von sich behaupten, geübt einem Unfallopfer zur Hilfe zu kommen. Richtiges reanimieren will gelernt sein. Unnötige Herzdruckmassagen sollten –wenn nicht notwendig- vermieden werden.

Das Opfer kann lediglich bewusstlos sein und muss keinen akuten Herzstillstand haben. Sofern eine unnötige Herzmassage dennoch ausgeführt wird, ist das nicht weiter schlimm. Schäden werden mit der Herzdruckmassage nicht angerichtet. Der Betroffene kommt in diesem Fall wieder zum Bewusstsein und die Reanimation kann eingestellt werden.

 

Reanimation – Was kann ich als Ersthelfer tun?

  • Nähern Sie sich dem Unfallort und rufen Sie der Person laut zu.
  • Sofern kein Rückruf kommt, kneifen Sie das Opfer.
  • Bleiben sie auch hier erfolglos, wählen sie unverzüglich die 112.
  • Prüfen Sie den Puls an der Halsschlagader. Bleiben Sie ruhig.

Die Erfahrung zeigt, dass mit der Suche nach dem Puls wertvolle Zeit verloren geht.

Sobald Sie ein Unfallopfer vorsichtig aus dem Fahrzeug gezogen haben, legen Sie es mit dem Rücken auf den Boden!

Führen Sie, sofern nötig umgehend die Reanimation durch! Herzdruckmassage sofort beginnen.

Reanimieren – Führen Sie als Leie nur eine Herdruckmassage aus!

Ungeübte sind eine ausreichende Hilfe, wenn sie lediglich bei der Herzdruckmassage bleiben. Mindestens 100-mal pro Minute das Brustbein eindrücken.

Wo genau lege ich bei einer Reanimation meine Hände auf die Brust um die Herzdruckmassage auszuführen?

Mittig unter der Brust ist der ideale Platz, um den Brustkorb je Ausführung ca. 5 cm einzudrücken. Mit beiden Händen führen Sie regelmäßigen Druck aus.

Häufige Frage, die gestellt wird: Reicht die von mir ausgeführte Reanimation in Form einer Herzdruckmassage aus?

Ja, das tut sie. Sofern ein Herzstillstand eintritt, ist es von Vorteil und ratsam u.a. eine Mund-zu-Mund-Beatmung vorzunehmen. Allerdings können das die meisten Ersthelfer nicht,  sodass in solch einer Situation von einer hilfreichen Wiederbelebung kaum gesprochen werden kann. Mit der Mund-zu-Mund-Beatmung gelangt der Sauerstoff schneller in den Kopf, womit dem Opfer schneller geholfen wird. Mit der Herzdruckmassage wird dieser durch wiederholten Druck ebenso in den Kopf gepumpt. Jedoch lautet hier die Devise, lieber durch richtigen Druck auf die Brust länger reanimieren als schnelle falsche Hilfe zu leisten.

Tipp: Führen Sie in Ihrem Fahrzeug stets einen „erste Hilfe Ablaufplan“ mit sich, damit Sie in solch einer Situation gewappnet sind.

Erste Hilfeplan ausdrucken und im Auto mitführen.

Herzdruckmassage

Reanimation

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Volker Drescher

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