Online-Buchung – Zahlungsbutton ist Pflicht

Im Onlinehandel auf tatsächliche Kosten hinweisen

Windorias / pixelio.de

Seit dem 01. August hat der Gesetzgeber die Rechte der Verbrauer für die Online-Buchung gestärkt.

Er verpflichtet zukünftig alle Anbieter von gewerblichen Waren und Dienstleistungen im Onlinehandel auf die tatsächlichen Kosten verstärkt hinzuweisen.
Somit soll betrügerischen Angeboten Vorschub geleistet werden.
Insbesondere muss der Zahlungsbutton neue Kriterien erfüllen.

Bestellformulare müssen zwingend drei Details enthalten

Das Gesetz wurde am 02. März diesen Jahres vom Bundestag verabschiedet und ist am 01. August in Kraft getreten. Ausführliche Informationen und korrekte Aufklärung über tatsächliche Kosten sind nun eine gesetzliche Pflicht für deutsche Internethändler und Internetanbieter von Dienstleistungen.
In Zukunft müssen im Bestellformular zwingend drei Elemente enthalten sein.

  1. Der Zahlungsbutton muss ab sofort „Zahlungspflichtig bestellen“ heißen.
  2. Eine Auflistung über die Vertragsdauer, den Endpreis und sämtliche tatsächlichanfallenden Nebenkosten müssen für den Verbraucher ganz klar ersichtlich sein.
  3. Durch das Setzen eines Häkchens muss vom Verbraucher eine ausdrückliche Erklärung abgegeben werden, dass er über alle Kosten informiert wurde und der Zahlung aus dem Vertrag ausdrücklich zustimmt.

Online-Reisebüros erwarten Probleme bei der Online-Buchung und Missverständnisse im Umgang mit dem Zahlungsbutton

Bei der Umstellung auf die neuen gesetzlichen Richtlinien werden von Online-Reisebüros jedoch erhebliche Probleme erwartet.

Die Anbieter beklagen aufgrund befürchteter technischer Schwierigkeiten, dass die Fristen
zur Umstellung der Online-Buchung nicht ausreichend sein werden.
Der Gesetzgeber hat hier keine Übergangsfrist vorgesehen.

Die Nichteinhaltung der Fristen zur gesetzeskonformen Umgestaltung der Buchungsseiten könnte schlimmstenfalls dazu führen, dass geschlossene Verträge nicht rechtsgültig sind, die Verbraucher könnten folglich „kostenlos“ stornieren“.

Auch ist zu befürchten, dass die bekannten Abmahnunternehmen zügig reagieren und
kostenpflichtig abmahnen werden.
Erhebliche finanzielle Verluste wären die Folge.

Auch die zusätzlichen Kosten durch die erforderliche Umgestaltung der Buchungsseiten sind für die Anbieter nicht absehbar.

Die Befürchtung, der Zahlungsbutton bei der Online-Buchung könne beim Verbraucher den Eindruck erwecken, der Bestellvorgang an sich sei bereits zahlungspflichtig, hat sich jedoch nicht bestätigt.

Während einige Anbieter einen Rückgang von Online-Buchungen bis zu 20 % angeben, melden andere Online-Reisebüros keine Änderungen im Kaufverhalten der Verbraucher.

Volker Drescher

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